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Internationale Finanzkommunikation: China Superstar
Die chinesische Börse boomt, chinesische Unternehmen gehen weltweit auf Einkaufstour. Drei Fragen an Kreab Gavin Anderson-Partner Tom Grimmer und Alfred Che Wei, die in Peking sowohl europäische und amerikanische als auch chinesische Unternehmen beraten.
Gibt es besondere Herausforderungen im Umgang mit chinesischen Investoren?
Tom Grimmer, Managing Partner Kreab Gavin Anderson China
Antwort: Man muss chinesischen Unternehmen deutlich machen, dass der Preis nur ein Faktor unter mehreren ist für eine erfolgreiche Transaktion, und
dass ein Investor das soziale, politische und regulatorische Umfeld verstehen muss, in dem er sich künftig bewegt – etwa das Selbstverständnis der Arbeitnehmer. Stakeholder in westlichen Demokratien ticken natürlich anders, als chinesische Unternehmen dies aus ihrem Heimatmarkt kennen. Aber die Unternehmen haben das inzwischen längst verstanden und machen große Fortschritte.
Was interessiert chinesische Investoren besonders, wenn sie sich auf dem europäischen Markt umsehen?
Antwort: Natürlich liegt ein Schwerpunkt auf Technologie. Gerade in Deutschland. Aber inzwischen ist das Interesse eigentlich breit gestreut. Und es wird Zeit, mit dem Missverständnis aufzuräumen, chinesische Investoren suchten Unternehmen, die sie quasi mit nach Hause nehmen können. Das ist vorbei; heute verstehen sie sich als Global Player mit dem Anspruch, als solche auch anerkannt zu werden.
Vor der chinesischen Bürokratie graut es Unternehmen. Lässt sich das Verhalten offizieller Stellen bei Investmentprojekten inzwischen verlässlich
antizipieren?
Alfred Che Wei, Partner Kreab Gavin Anderson China
Antwort: Für Konzerne, die in China investieren wollen, sind enge Beziehungen zu den offiziellen Stellen unabdingbar. Hierfür zu sorgen ist ein wichtiger Teil
unserer Aufgabe. Im Prinzip gehen wir dabei genauso vor wie überall auf der
Welt: Wir identifizieren die wichtigen Gesprächspartner, entwickeln eine geeignete Strategie und versuchen mit den richtigen Instrumenten und Botschaften zu ihnen durchzudringen. Mit Sicherheit vorhersagen lässt sich dabei leider nicht, wie Regulierungsbehörden entscheiden.
Unser Job ist es daher auch, dies unseren Kunden verständlich zu machen und sie bei ihren Aktivitäten bestmöglich zu unterstützen.
Das Interview ist erschienen als Sonderbeilage im PR Report, Ausgabe 3 I 2010.
Printexemplare können Sie bestellen unter ergo(at)ergo-komm.de
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